Zurück aus den Ferien – und schon wieder reif für die Insel? Was trägst du in deinem Rucksack?
- vor 4 Tagen
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„Wie waren deine Ferien?“
„Super. Wirklich erholsam.“
Und dann, ein paar Tage später:
„Eigentlich bin ich schon wieder ferienreif.“
Kennst du das?
Du kommst zurück. Erholt. Mit Abstand. Vielleicht sogar mit neuer Energie.
Du nimmst dir vor, diesmal etwas von dieser Ferienleichtigkeit in den Alltag mitzunehmen.
Und kaum bist du wieder im Alltag, ist er da:
Der volle Rucksack.
Verantwortung. Termine. Entscheidungen. Erwartungen. Probleme im Team. Pendenzen.
Die Ferienleichtigkeit?
Hat offenbar den Rückflug verpasst.
Und dieses vertraute Gefühl ist dafür erstaunlich schnell wieder da:
„Ich muss mich sofort um alles kümmern.“
Wenn der Rucksack immer schwerer wird
Gerade als Führungsperson oder Teamleiter bist du es gewohnt, Verantwortung zu übernehmen.
Du organisierst.
Du entscheidest.
Du löst Probleme.
Du hältst Dinge zusammen.
Du bist für andere da.
Und manchmal übernimmst du wahrscheinlich auch noch Dinge, bei denen du dich im Nachhinein fragst:
„Warum genau mache eigentlich ich das?“
Man übernimmt noch schnell etwas. Sagt nochmals Ja. Löst ein Problem, weil es gerade einfacher scheint, als es abzugeben oder lange zu erklären.
Und irgendwann merkst du vielleicht gar nicht mehr, was du alles mit dir herumträgst.
Du funktionierst.
Aber deine Klarheit nimmt ab.
Entscheidungen fallen dir schwerer.
Abgrenzung wird schwieriger.
Und statt selbst zu gestalten, fühlst du dich zunehmend fremdgesteuert.
Von Terminen.
Von Erwartungen.
Von deinem Team.
Von Aufgaben, die dringend erscheinen.
Von allem, was „noch schnell“ erledigt werden muss.
Dieses „noch schnell“ hat es übrigens in sich.
Denn aus einmal „noch schnell“ werden erstaunlich schnell fünfmal „noch schnell“.
Und du selbst?
Kommst irgendwo ganz unten im Rucksack vor.
Falls dort überhaupt noch Platz ist.
Der Wendepunkt: Den Rucksack einmal abstellen
Vielleicht brauchst du nicht schon wieder Ferien.
Auch wenn die Vorstellung von Liegestuhl, Bergen oder Meer durchaus ihren Reiz hat.
Vielleicht brauchst du einen Moment, in dem du deinen Rucksack abstellst.
Ihn öffnest.
Und ehrlich hinschaust:
Was trage ich da eigentlich alles mit mir herum?
Nicht alles, was in deinem Rucksack liegt, gehört wirklich zu dir.
Manches hast du übernommen, weil du glaubst, verantwortlich zu sein.
Manches, weil du zu oft Ja gesagt hast.
Manches, weil du denkst:
„Bevor ich es lange erkläre, mache ich es lieber selbst.“
Ein Satz, der im ersten Moment wunderbar effizient klingt.
Bis man irgendwann merkt, wie viele Dinge man inzwischen „lieber selbst“ macht.
Und manches trägst du vielleicht schon so lange, dass du gar nicht mehr bemerkst, wie schwer es geworden ist.
Was steckt in deinem Rucksack?
Diese Fragen können dir helfen, genauer hinzuschauen:
Team: Gibt es Unstimmigkeiten oder Konflikte in meinem Team, die mich mehr Energie kosten, als ich mir eingestehe?
Abgrenzung: Sage ich zu oft Ja und übernehme Dinge für andere, weil ich glaube, dass es meine Aufgabe ist?
Verantwortung: Was trage ich, obwohl es eigentlich gar nicht in meinen Rucksack gehört?
Organisation: Plane ich zu viel, setze falsche Prioritäten oder teile meine Ressourcen nicht realistisch ein?
Kommunikation: Spreche ich aus, wenn es mir zu viel wird – oder funktioniere ich einfach weiter?
Selbstfürsorge: Wo bin eigentlich ich in all meinen Aufgaben und Verantwortlichkeiten?
Umfeld: Arbeite ich noch in einem Umfeld, das zu mir, meinen Werten und meiner Art zu führen passt?
Und ja: Diese Fragen können durchaus unangenehmer sein als die Frage nach dem nächsten Ferienziel.
Aber vielleicht sind sie langfristig erholsamer.
Denn manchmal ist nicht die Menge der Aufgaben das eigentliche Problem.
Sondern die Tatsache, dass wir zu lange Dinge tragen, die uns Kraft, Klarheit und Leichtigkeit nehmen.
Führung bedeutet nicht, alles selbst zu tragen
Verantwortung zu übernehmen bedeutet nicht, für alles verantwortlich zu sein.
Gute Führung braucht nicht nur Leistungsfähigkeit.
Sie braucht Klarheit.
Innere Sicherheit.
Entscheidungsfreudigkeit.
Abgrenzung.
Die Fähigkeit, die eigenen Ressourcen ernst zu nehmen.
Aber auch Ehrlichkeit und Kommunikation – ohne die Angst, dadurch als schwach zu gelten.
Und vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis nach den Ferien:
Nicht sofort wieder schneller werden.
Sondern zuerst bewusst entscheiden, was überhaupt wieder in deinen Rucksack gehört.
Und was draussen bleiben darf.
Denn nur weil noch irgendwo ein kleines Plätzchen frei ist, muss man es nicht zwingend füllen.
Und wenn dein Rucksack gerade ziemlich schwer ist…
…dann musst du nicht erst auf die nächsten Ferien warten.
Vielleicht reicht für den Anfang ein Moment, in dem du deinen Rucksack abstellst.
Nicht, um sofort alles zu lösen.
Sondern um hinzuschauen, neu zu sortieren und dich zu fragen:
Was möchte ich weiterhin tragen?
Was darf leichter werden?
Und was kann vielleicht ganz aus meinem Rucksack raus?
Ich wünsche dir beim Neusortieren deines Rucksacks Geduld und Leichtigkeit.
Damit du wieder selbst entscheidest, statt dich fremdgesteuert zu fühlen.
Mit mehr Klarheit. Mehr innerer Sicherheit. Und mehr Raum für dich selbst.



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