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Erst die Arbeit, dann das Vergnügen? Nicht heute.

  • 30. Juni
  • 2 Min. Lesezeit

Die Nacht war schon heiss genug. Trotzdem hat mein Kopf heute Morgen noch eine Extraschicht Sauna gebucht. Über 30 Grad, volle Pendenzenliste, Ferienmodus in Sichtweite. Mein Plan war simpel: früh raus, 45 Minuten in die Natur, bevor der Asphalt schmilzt und mein Gehirn gleich mit.

Kaum gedacht, meldete sich meine innere Geschäftsleitung:

  • "Mitten in der Woche?"

  • "Du hast noch so viel zu tun." 

  • "Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Klassiker. Gähn."

Kennt ihr diese Stimme? Sie klingt pflichtbewusst, trägt imaginäre To-Do-Listen unter dem Arm und hat definitiv noch nie etwas von Regeneration gehört.

Ich habe kurz verhandelt:


  • "Ich bin nicht faul. Ich investiere 45 Minuten in Gesundheit, Fokus und Nerven."

  • "Ich laufe nicht vor der Arbeit davon. Ich komme danach besser zurück."

  • "Bei Sommerhitze ist Auftanken kein Luxus. Es ist eine ziemlich vernünftige Strategie."

Und siehe da: Der Spaziergang hat gewonnen. Ich kam ruhiger, klarer und geerdeter zurück. Danach ging die Arbeit leichter von der Hand. Weniger Kampfmodus, mehr Fokus. Keine Zauberei. Nur Sauerstoff und Bewegung.

Kurz vor den Ferien passiert oft genau das Gegenteil: Wir rennen auf 180, erledigen noch "schnell alles", starten erschöpft in die Ferien und wundern uns, warum der Kopf erst am dritten Tag am Meer ankommt. Muss nicht sein.

Fünf Dinge, die helfen:

1. Überblick schaffen: Was ist wirklich termingebunden und was schreit nur laut?

2. Streichen: Welche Aufgaben haben sich überlebt? Runter von der Liste.

3. Realistisch planen: Was kann entspannt nach den Ferien weitergehen? Gleich einen Termin setzen.

4. Stellvertretung klären: Wer entscheidet was? Was wartet auf deine Rückkehr? Delegieren heisst auch: Vertrauen schenken.

5. Abschluss sichern: Blocke den letzten Arbeitstag für Übergabe und Aufräumen. Und den ersten nach den Ferien für Ankommen, Sortieren und Priorisieren.

Der Geschäftslaptop darf übrigens Ferien zu Hause machen. Du musst nicht alles mitnehmen, nur weil es in eine Tasche passt. Erreichbarkeit für echte Notfälle reicht. Alles andere darf warten.

Wir dürfen anders arbeiten, als es die alten Muster gerne hätten. Das fühlt sich am Anfang vielleicht ungewohnt an. Manchmal sogar fast verboten. Ist es aber nicht.

Und falls die innere Stimme fragt: "Bist du sicher, dass alles läuft?", antworte freundlich: "Setz dich. Trink ein Glas. Die Welt dreht sich auch ohne meine Dauerpräsenz weiter."

Ich wünsche euch einen klaren Endspurt, mutige Pausen und einen entspannten Start in die Ferienzeit.

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